Auch der Luxus, einen 14-Mann-Kader aufbieten zu können, verhalf Armin Pennartz und den Seinen nicht zu dem erhofften Erfolgserlebnis. Schon bald nach Anpfiff zeigte sich, daß reaktivierte Leistungsträger wie Michael Hintz und Guido Brock es nach so langer Trainingspause nicht leicht hatten, eine rechte Bindung zu ihren Nebenleuten zu finden. Im Angriffsspiel fehlte einfach der Fluß und das blinde Verständnis, weshalb auch so mancher Paß sein Ziel nicht fand.
Schlimmer noch als der Angriff agierte die Deckung, die zumindest in der 1. Halbzeit vor allem auf der linken Seite löchrig war wie ein Schweizer Käse. Dabei besaßen die Gäste nur einen einzigen torgefährlichen Schützen, der aber auch kein klassischer Rückraumshooter war, sondern immer nur zwischen den Kreisen bei etwa 7-8 m Torentfernung stieg. Unverständlich, daß die Ehrenfelder dennoch immer wieder unbehelligt in Lücken stießen, die man durch einfaches seitliches Verschieben hätte schließen können.
Trotz aller Unzulänglichkeiten hielten die Unseren das Spiel eine viertel Stunde lang offen - bis zum 8:8 durch Max Jentschke. Dann folgte bis zum Halbzeitpfiff eine wahre Horror-Viertelstunde, in der die Gäste 8:2 Tore erzielten und einen Zwischenstand von 16:10 mit in die Pause nahmen. Und dabei war Sascha Jahn im Tor der Kängurus sogar noch der mit Abstand beste Mann in der Halle.
In der Kabine muß es eine kernige Ansprache seitens des Trainers gegeben haben, denn in den zweiten 30 Minuten sahen die wenigen Zuschauer eine verwandelte Mannschaft. Auf einmal starrten die Kängurus nicht mehr wie das Kaninchen auf die Schlange, sondern wurden selbst aktiv. Vor allem in der Deckung schlossen sich die Lücken und die vermeidbaren Gegentore wurden seltener. Gleich nach Wiederanpfiff verkürzten Michael Hintz und Max Jentschke auf 12:16 und bliesen damit zur Aufholjagd, die beim 25:26 endete und fast noch die Verlängerung gebracht hätte. Denn 5 Sekunden vor dem Apfiff setzte sich Max Peter in seiner unnachahmlichen Art auf Linksaußen durch und hätte vermutlich zum 26:26 eingelocht, wenn ihm sein Gegenspieler nicht beim Schuß von hinten in den Arm gegriffen hätte. Alles wartete auf den Siebenmeterpfiff der Herren Plattes und Lingner, der jedoch ausblieb und damit das Ausscheiden der Kängurus in der 1. Pokalrunde besiegelte. Es war vielleicht die einzige gravierende Fehlentscheidung der Unparteiischen im ganzen Spiel, aber die brachte die Unseren leider um die Verlängerung. Die müssen sich aber schon vorwerfen, den Sieg schon in der schlafmützigen ersten Halbzeit vergeigt zu haben - woraus sie hoffentlich die Lehren für das nächste M.-Spiel ziehen. Auch das geht nämlich wieder über 60 Minuten - und nicht nur über 30!
MANNSCHAFTSAUFSTELLUNG:
Sascha Jahn (TW), Max Müller v.B. (TW, n.e.), Max Peter (5), Max Jentschke (3), Bernd Witthold (3), Guido Brock (4), Seb. Petersmann (7/4), Michael Hintz (3), Matthias Lohoff, Matthias Wollny, Thomas Stumpp, Bernd Rölle und Marcus Thormann
K.D.